Das Streben nach Perfektion


Am 01.06.2019 machte ich in Schwyz (Schweiz) dieses Foto vom “Großen Mythen”. Zugegeben, es ist etwas bearbietet (Helligkeit, Kontrast und Sättigung sind angehoben), aber das “Original” war schon ziemlich nah dran. Besonders gefallen mir der angestrahlte Wald und die Kondensstreifen.

Ich bin sehr zufrieden mit diesem Foto, es ist seither mein Handy-Hintergrundbild (und das will etwas heißen, denn da bin ich sehr wählerisch). Doch beim “pixel peeping” störte mich bald, dass es nicht überall gleich scharf geworden war.

Ein Blick in die EXIF-Daten offenbarte mir: ich hatte offenblendig bei F4 fotografiert. In der Landschaftsfotografie sind jedoch oft kleinere Blenden (z.B. 8, 11, 14 usw.) sinnvoller, da die Tiefenschärfe dann zunimmt und (im Idealfall) alles scharf ist.

Also im August nochmal versucht, das gleiche Bild zu machen, diesmal mit einem schärferen Objektiv, ähnlicher Brennweite und Blende 8. Das Ergebnis ist deutlich besser aufgelöst, allerdings ist das Licht nicht ganz so schön wie beim ersten Foto und der Himmel wesentlich unspektakulärer. Dieses zweite Bild habe ich deshalb viel intensiver bearbeitet: ich habe den Himmel durch den “Alten” (mit den Kondensstreifen) ersetzt, die Bäume aufgehellt, Haus und Berg entsättigt und anschliessend wieder an allgemeiner Helligkeit und Kontrast gespielt.

Das Strahlen des Waldes habe ich natürlich nicht so hinbekommen wie auf dem ersten Foto, dafür ist der Berg jetzt weniger gelb sondern hat etwas mehr von Abendrot. Letztlich schaue ich mir beide Fotos an und weiß immernoch nicht, welches mir besser gefällt. Das neuere findet sich in meinem Portfolio.

Fazit: manchmal vielleicht einfach weniger an dem perfekten Bild feilen..? Das Titelbild zu diesem Beitrag ist übrigens eine der vielen Bearbeitungsebenen.

Links das erste Foto, welches ich “rekonstruieren” wollte. Rechts die Bearbeitungsmaske für die Sättigungskorrektur von Haus und Berg, rot hinterlegt sind die nicht-ausgewählten Bildbereiche

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