Mein “Portfolio”

Wenn man sich ein Portfolio erstellt, wie ich es hier endlich mal gemacht habe, geht man sehr kritisch seine Bilder durch und fragt sich: ist dieses Foto gut genug? Muss ich das noch mal neu bearbeiten, um es präsentieren zu können? Lass ich es vielleicht besser weg und nehme das zwei Jahre neuere, vom gleichen Motiv, als ich über mehr Erfahrung und besseres Equipment verfügte?

Gleichzeitig stellt man fest, wie viele unnötige und aussageschwache Fotos man angehäuft hat. In meinem Foto-Ordner von 2019 finden sich knapp 20 GB Daten, bzw. 1.148 Dateien – zum Vergleich: eine große Word-Datei braucht vielleicht einige wenige Megabyte Speicherplatz. Schon klar, manche davon sind Bearbeitungsdateien, RAWs oder Duplikate (verschiedene Blickwinkel / Einstellungen / Bearbeitungen) – aber über tausend Fotos! Locker 90% davon könnte man vermutlich löschen, ohne dass sie einem fehlen würden.

Und dennoch: man findet auch alte “Schätze”, denen man viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Beinahe historische Aufnahmen von Städten zum Beispiel, von Gebäuden, die so nicht mehr existieren. Und man freut sich gelegentlich über sich selbst, klopft seinem Vergangenheits-Ich vielleicht bei dem ein oder anderen Foto auf die Schulter und denkt sich: Mensch, gar nicht mal so schlecht (das gilt dort, wo ich herkomme, als Kompliment).

Your first 10,000 photographs are your worst

Henri Cartier-Bresson

Daher die Ermutigung an mich selbst und alle, die hier vielleicht mitlesen, mal die alten Foto-Ordner auszusortieren, die Goldstücke darin zu konservieren und sie durch Löschung aller übrigen, weniger bedeutenden Fotos gleichzeitig aufzuwerten. Natürlich erst, wenn man mal ein paar Tage Zeit hat… 😉

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